Was ist EMDR?

Das Wichtigste über EMDR kurz & Bündig


Was ist EMDR?


„Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, kurz EMDR, was soviel heißt wie "Desensibilisierung und Neuverarbeitung über Augenbewegungen", ist eine wissenschaftlich anerkannte, durch eine Vielzahl von Studien belegte, konzentrierte und gegenwartsorientierte Methode, die ursprünglich zur Bearbeitung von posttraumatischem Stress, ausgelöst durch Unfälle, Gewalterfahrungen und Naturkatastrophen und deren Folgesymptome, entwickelt wurde. Das Besondere am EMDR Setting ist der sichere, klar strukturierte, achtphasige Ablauf, vor dem immer auch Methoden zur Stabilisierung und Stärkung stehen.

Die acht Phasen DER EMDR ANWENDUNG


  • Anamnese & Behandlungsplanung
  • Stabilisierung & Vorbereitung
  • Bewertung & Einschätzung
  • Durcharbeiten, Desensibilisieren & Neuverarbeiten
  • Verankerung
  • Körpertest
  • Abschlussphase
  • Überprüfung & Neubewertung

Die Geschichte von EMDR


Im Jahr 1987 fand die amerikanische Psychologin und Forscherin Dr. Francine Shapiro bei einem Spaziergang im Park ganz zufällig heraus, dass ihre belastenden Gedanken bezüglich ihrer eigenen Krebserkrankung verschwanden und sich deren negativen Auswirkungen verringerten, als sie ihre Augen zwischen den Bäumen hin und her, also rhythmisch nach rechts und links, bewegte. Daraufhin überprüfte sie systematisch die Effekte und fand heraus, dass neben den Augenbewegungen auch akustische oder taktile bilaterale Stimulierungen in gleicher Weise funktionierten. In den Folgejahren rief sie das EMDR-Institut ins Leben und entwickelte aus ihren Entdeckungen eine standardisierte Methode.

Wie wirkt EmDR?


Gehirn EMDR Augsburg

EMDR aktiviert durch abwechselnde beidseitige Sinnesreize verschiedener Modalitäten (z.B. geleitete Augenbewegungen, Antippen der Hände, Schnippen mit den Fingern, Hörreize) die jedem Menschen innewohnende Fähigkeit zur Selbstheilung. Man vermutet, dass durch die raschen Augenbewegungen die Nachahmung der REM-Phasen des Schlafes, also der Traumphasen, erfolgt, durch die wir üblicherweise psychische Geschehnisse verarbeiten. Die Experten vermuten, dass der positive Effekt dieser Stimulationstechniken durch die Bahnung einer optimalen Zusammenarbeit zwischen den beiden Gehirnhälften und somit aller Gehirnareale entsteht, durch die eine beschleunigte Informationsverarbeitung damit eine Neuverarbeitung, Integration und Transformation schwieriger Erfahrungen in Gehirn und Körper geschieht. Als Folge stellt sich ein fließendes neuronales Gleichgewicht ein mit positiven Auswirkungen auf das emotionale Erleben und veränderte, lebensbejahende persönliche Überzeugungen.

Die Anwendungsgebiete


EMDR bietet mittlerweile ein außerordentlich breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.

 

Es wird in der Psychotherapie inzwischen bei einer Vielzahl von Problemen angewandt, z.B. für

  • Trauma und Traumafolgestörungen
  • belastende Lebensereignisse verschiedenster Art
  • Angststörungen wie z.B. Phobien und Panikattacken
  • psychosomatische Beschwerden
  • Depression und Trauer
  • störenden Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Süchten und Zwängen
  • sowie Anpassungsstörungen, z.B. Verlusterfahrungen nach Trennungen, Tod, Arbeitsplatzverlust usw.

Auch im Coaching hat sich EMDR unter verschiedenen Bezeichnungen erfolgreich etabliert und wird genutzt

  • zur Unterstützung des persönlichen Wachstums
  • zur Freisetzung ungenutzter Potentiale,
  • zum Erreichen von beruflichen oder privaten Zielen
  • zur Selbstwert- und Selbstbewusstseinsstärkung
  • zur Selbstmotivation und Leistungsoptimierung
  • zur Entscheidungsfindung
  • zur Klärung von Beziehungs- und Konfliktfragen im persönlichen, familiären und beruflichen Bereich

Auch in der Selbstanwendung, zum Spannungs- und Stressabbau oder bei Wellnessanwendungen hat die bilaterale Stimulation mittlerweile einen Platz gefunden, z.B. über bilaterale Musik.

 

Die Methode ist einsetzbar bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und auch bei Babies.

EMDR & ANDERE METHODEN


EMDR lässt sich mit allen gängigen Therapieformen, wie z.B. der Verhaltens- und der Tiefenpsychologie und ebenso mit traumatherapeutischen, gestalttherapeutischen, systemischen, hypnotherapeutischen, psychoenergetischen und lösungsorientierten und Coaching-Methoden bestens kombineren bzw. ergänzt EMDR diese Verfahren.

Wirksamkeit & Nachhaltigkeit


Über die Wirksamkeit von EMDR gibt es heute mehr kontrollierte Studien - mit positiven Resultaten für die Klienten - als über jede andere Methode der Traumabearbeitung. Schaut man sich die erstaunlich guten und schnell entlastenden Ergebnisse oft schon nach wenigen Stunden an, ist EMDR fast ein kleines Wunder. Regelmäßig genutzt, kann es sogar zu einer lösungsorientierten Lebenshaltung werden. Die Ergebnisse von EMDR sind außerdem so nachhaltig, dass EMDR als eine vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannte psychotherapeutische Methode gilt.